Zecken beim Hund – erkennen, entfernen und vorbeugen

Wissen rund um den Hund

Zecken sind nicht nur im Sommer aktiv. Bereits ab etwa 7 bis 10 Grad Celsius können sie für Hunde zum Thema werden.

Regelmäßiges Absuchen, schnelles und richtiges Entfernen sowie eine zum Hund passende Prophylaxe helfen dabei, das Risiko durch Zecken zu verringern.

Nicht nur im Hochsommer

Wann sind Zecken aktiv?

Zecken können bereits ab Temperaturen von etwa 7 bis 10 Grad Celsius aktiv werden. Deshalb ist Zeckenschutz nicht nur im Sommer sinnvoll, sondern auch im Frühjahr, im Herbst und an milden Wintertagen.

Sie kommen nicht ausschließlich im Wald vor. Auch in Gärten, Stadtparks, hohem Gras, Hecken und an Wegrändern können Hunde mit Zecken in Kontakt kommen.

Gerade nach Spaziergängen durch höheres Gras, dichtes Gebüsch oder Waldränder lohnt sich deshalb eine besonders gründliche Kontrolle.

Ein Hund wird nach dem Spaziergang sorgfältig auf Zecken kontrolliert

Nach jedem Spaziergang kontrollieren

Wo sollte man besonders genau nachsehen?

Zecken suchen sich häufig warme, geschützte und gut durchblutete Körperstellen. Dennoch können sie grundsätzlich überall am Hund sitzen.

Fahre nach dem Spaziergang mit den Händen durch das Fell und taste den Hund sorgfältig ab. Bei langem oder dichtem Fell kann zusätzlich kurzes Bürsten helfen.

Kleine Unebenheiten lassen sich mit den Fingern häufig besser erkennen als allein durch das Anschauen.

Regelmäßig absuchen

Nach Spaziergängen sollte der Hund gründlich abgetastet und das Fell kontrolliert werden.

Schnell entfernen

Eine entdeckte Zecke sollte möglichst zeitnah und mit einem geeigneten Hilfsmittel entfernt werden.

Bissstelle beobachten

Die Hautstelle sollte in den folgenden Tagen auf stärkere Rötungen, Schwellungen oder andere Veränderungen kontrolliert werden.

Passenden Schutz wählen

Welche Prophylaxe geeignet ist, hängt unter anderem vom Hund, seinem Alltag und seinem individuellen Risiko ab.

Ruhig und möglichst hautnah

Wie entfernt man eine Zecke richtig?

Für die Entfernung eignen sich eine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder eine feine Pinzette.

Die Zecke wird möglichst hautnah gefasst und langsam sowie gerade herausgezogen. Dabei sollte ihr Körper nicht gequetscht werden.

Anschließend kann die Stelle nach Möglichkeit desinfiziert werden. Es ist außerdem sinnvoll, das Datum des Zeckenfundes zu notieren und die Bissstelle noch einige Zeit zu beobachten.

Die entfernte Zecke sollte so entsorgt werden, dass sie nicht entkommen und erneut einen Wirt finden kann.

Bitte nicht behandeln oder verkleben

Was sollte man bei der Entfernung vermeiden?

Die Zecke sollte vor dem Entfernen weder mit Öl noch mit Kleber, Nagellack oder anderen Hausmitteln behandelt werden.

Auch starkes Drücken oder Quetschen sollte vermieden werden. Ziel ist es, die Zecke ruhig und kontrolliert aus der Haut zu entfernen.

Bleiben kleine Reste der Mundwerkzeuge in der Haut zurück, ist das in der Regel kein akuter Notfall. Die Stelle sollte beobachtet und bei nächster Gelegenheit tierärztlich kontrolliert werden.

Eine Zecke wird mit einem geeigneten Hilfsmittel entfernt

Schutz passend zum Hund auswählen

Welche Möglichkeiten der Zeckenprophylaxe gibt es?

Zur Zeckenprophylaxe stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Halsbänder, Spot-on-Präparate und Kautabletten.

Welcher Schutz zum jeweiligen Hund passt, hängt unter anderem von der Region, den Spazierwegen, dem Alter, dem Gesundheitszustand, weiteren Tieren im Haushalt und dem Badeverhalten ab.

Vor der Anwendung sollten deshalb die jeweiligen Hinweise sorgfältig gelesen und die Auswahl bei Unsicherheit mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprochen werden.

Zeckenhalsband

Ein Halsband kann einen langanhaltenden Schutz bieten und ist im Alltag häufig unkompliziert. Wichtig sind der richtige Sitz und die jeweiligen Hinweise zu Wasser- oder Katzenkontakt.

Spot-on

Spot-on-Präparate werden direkt auf die Haut aufgetragen. Sie müssen regelmäßig angewendet und die jeweilige Einwirkzeit muss beachtet werden.

Kautablette

Kautabletten können besonders für Hunde praktisch sein, die viel schwimmen oder gebadet werden. Die Zecke muss dabei zunächst anbeißen, bevor der Wirkstoff greift.

Zusätzliches Management

Zeckenkontrollen, Fellpflege, kurz gehaltenes Gras und wenig Laub helfen ergänzend. Bei hohem Risiko ersetzen sie jedoch häufig keinen zuverlässigen Schutz.

Veränderungen ernst nehmen

Wann sollte der Hund untersucht werden?

Nicht jede Zecke führt automatisch zu einer Erkrankung. Trotzdem sollte der Hund nach einem Zeckenfund aufmerksam beobachtet werden.

Treten in den folgenden Tagen oder Wochen auffällige Veränderungen auf, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Auch eine stark gerötete, geschwollene oder sich anderweitig verändernde Bissstelle sollte kontrolliert werden.

Gut geschützt durch die Zeckensaison

Kontrollieren, entfernen und vorbeugen

Der beste Schutz besteht aus mehreren Bausteinen: den Hund regelmäßig kontrollieren, gefundene Zecken schnell und richtig entfernen und eine passende Prophylaxe auswählen.

Da nicht jedes Mittel zu jedem Hund und jedem Haushalt passt, sollte die Entscheidung individuell getroffen und bei Fragen tierärztlich begleitet werden.